Apothekerin mit Herz und Innovation – Laura Abels von Abels Apotheken

Lieber „Bleiben Sie gesund!“ als „Gute Besserung!“ – Laura Abels, Apothekerin und Inhaberin der Abels Apotheken in Erftstadt, verbindet in ihren Filialen Prävention mit Transparenz und echter Gesundheitsbildung.

In ihren beiden Apotheken in Erftstadt bekommen die Kund:innen das Beste aus beiden Welten: In der Apotheke am Bürgerplatz in Erftstadt-Liblar kombiniert man mit einem digitalen Kommissionier-Automaten und einem Abholautomaten die persönliche Beratung mit digitalen Vorteilen. In der Land Apotheke in Erftstadt-Erp arbeitet man angepasst an die Bedürfnisse der ländlichen Umgebungen auch mit zwei Botinnen, die Medikamente an weiter entfernte Kunden ausliefern.

Mit uns hat sie über die Digitalisierung in der Apothekenarbeit und die Bedeutung von persönlicher Beratung in Vor-Ort Apotheken gesprochen.

1. Wer bist du und wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?

Ich bin Laura Abels, 47 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern. Ich habe Pharmazie in Halle an der Saale studiert und bin danach wieder in meine Heimat Erftstadt zurückgekehrt. 2011 habe ich die Apotheke am Bürgerplatz in Erftstadt übernommen, 2019 kamen dann die Landapotheke und eine weitere Filiale dazu, letztere haben wir 2022 mit der Apotheke am Bürgerplatz zusammengeschlossen.

Ich engagiere mich im Bereich Gesundheitswirtschaft in der Vollversammlung der IHK und der beratenden Versammlung des Rhein-Erft-Kreises. Außerdem bin ich stellvertretende Kreisvertrauensapothekerin und bin Mitglied im Unternehmerinnen Treff Erftstadt, dort setze ich mich für Frauen im Beruf ein.

Mein Tag startet morgens um 08 Uhr in der Apotheke. Im Handverkauf übernehmen größtenteils meine angestellten Apothekerinnen die Kundenberatung und die Aufsicht der PTA’s und PKA’s. Ich verantworte hauptsächlich die Arbeit im Büro – ich verhandele Verträge, kümmere mich um die Anliegen der Mitarbeitenden und suche nach neuen Kooperationen in der Umgebung, wie zum Beispiel mit der Seniorenresidenz „Schönes Leben“ und weiteren Gesundheitsdienstleistern im Umfeld.

2. Was hat Dich dazu motiviert eine eigene Apotheke zu führen und gleich zwei Filialen in Erftstadt aufzubauen?

Nach dem Studium wollte ich eigentlich in der Forschung arbeiten, aber dann hat mich die Arbeit mit Menschen noch mehr fasziniert. Sie ist weniger vorhersehbar und individueller – es macht mir große Freude, meine Kunden zu betreuen, zu beraten und mich für die Gesundheitsprävention einzusetzen.
Die Übernahme der Apotheke am Bürgerplatz in Erftstadt war eine gute Möglichkeit für meinen Start und auch nach der Elternzeit für mich ein guter Einstieg, da nun unser Leben in einem Ort stattfinden konnte und alles in der Nähe ist.

3. Was war für dich bisher das schönste Erlebnis in deinen Apotheken?

Jede positive Rückmeldung meiner Kund:innen, denen ich wirklich helfen konnte. Manchmal kommen sie mit kleinen Aufmerksamkeiten in die Filiale und bedanken sich persönlich für die Unterstützung – da geht mir immer das Herz auf.
Was ich auch immer sehr schön finde, ist, wenn mir Kunden die positive Arbeit meiner Mitarbeitenden spiegeln und ihre gute Arbeit loben – das macht mich als Chefin natürlich sehr stolz.

Außerdem sind die Themen meines Herzensprojekts „Frauengesundheit“ und die dazugehörigen Beratungen immer schöne Erlebnisse für mich. Ich berate Frauen zum Thema Herzgesundheit, Prävention oder Wechseljahresbeschwerden, gebe Produktempfehlungen und gebe mein Wissen dazu in Vorträgen weiter.

4. Wie gehen Sie mit dem Thema Online-Handel vs. Vor Ort Service um? Welche Chancen und Risiken sehen Sie?

Ein großes Thema für uns – Wir müssen und wollen digital vertreten sein, aber nicht als Ersatz für die persönliche Beratung, sondern als Ergänzung zu unseren bisherigen Services. Eine große digitale Chance für uns ist die Seite Ihre Apotheken.de in der man genau wie in der Online-Apotheke bestellen kann, die Lieferung kommt aber dann direkt von der örtlichen Apotheke.

Die persönliche Beratung, die Beantwortung von gesundheitlichen Fragen und den Kunden und seine Medikation zu kennen – das macht für mich den entscheidenden Unterschied in der Versorgung. Wir kümmern uns um mehr als nur um Medikamente und Rezepte – wir führen Mineralstoff- und Vitaminanalysen durch, mischen Rezepturen an, sind Teil der Inkontinenzversorgung und impfen. Ein Mehrwert für mich auch ist die schnelle Belieferung durch unsere genossenschaftliche Großhandlung in Frechen. Innerhalb von zwei Stunden können die benötigten Medikamente beschafft werden – so schnell ist keine Online-Apotheke.

Die größten Risiken für uns ist die Zunahme der Online-Händler, die uns gleichzeitig Kunden und Gewinn abnehmen. Außerdem entfällt die persönliche Beratung, die so wichtig ist, um zum Beispiel Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen zu besprechen. Bei vielen unserer Kunden wissen wir, welche Medikamente sie nehmen und können dann direkt darauf eingehen, das ist bei Online-Apotheken nicht der Fall.

Der größte Punkt ist für mich die fehlende Reglementierung bei den Online-Apotheken, aktuell wird hier nicht so viel nachverfolgt, wie bei uns Apothekern vor Ort. Der Apothekerverband ist hier in der Klärung und ich bin gespannt, wie sich die Thematik entwickelt. Ich wünsche mir hier mehr Unterstützung durch die Politik. Die Einhaltung der Absprachen im Koalitionsvertrag, wie die Erhöhung des Apothekenpackungsfixums, würden die angespannte Situation der Apotheken vor Ort verbessern und entspannen.

5. Wie schaffen Sie in ihren Apotheken ein Umfeld, in dem Mitarbeiter gerne arbeiten?

Für uns ist das Miteinander am wichtigsten – wir ziehen alle an einem Strang, übernehmen Verantwortung füreinander und unterstützen uns gegenseitig. Wir kommunizieren viel und nutzen regelmäßige Kommunikationsworkshops und Teambuilding-Maßnahmen, um noch besser miteinander zu arbeiten. Außerdem haben wir eine Komplimente-Wand eingerichtet, an die wir Lob und gute Arbeit schreiben können.

Mir persönlich ist auch die gemeinsame Weiterentwicklung und der offene Austausch wichtig – ich gebe Lob und Kritik an meine Mitarbeitenden und ebenso können sie ihre Themen bei mir platzieren.

6. Was bietet dir einen entspannenden Ausgleich nach einem stressigen Tag?

Regelmäßige Spaziergänge im Wald und der Natur – in Erftstadt habe ich da viele schöne Möglichkeiten😊 Außerdem ernähre ich mich proteinreich und antientzündlich, achte auf Stressreduktion und mache gerne Yoga.

7. Schnellfragerunde – Entweder oder? 😊

  • Kaffee oder Tee? – Kaffee!
  • Leben auf der Stadt oder auf dem Land? – Auf dem Land!
  • Hund oder Katze? – Hund!
  • Unterwegs mit dem Auto oder mit der Bahn? – Auto!

 

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